Umstellung auf Distanzunterricht rückt die Frage der Digitalisierung an den Schulen wieder ins Rampenlicht.

 

Mit dem verschärften Lockdown und der einhergehenden Umstellung auf Distanzunterricht rückt die Frage der Digitalisierung an den Schulen wieder ins Rampenlicht. Der Nachholbedarf in diesem Bereich ist längst erkannt worden und bereits seit 2017 gibt es zahlreiche Förderprogramme, um den Aufholprozess konsequent und umfassend durchzuführen. Auf den Ebenen des Bundes sowie der Länder und Kommunen werden milliardenschwere Investitionen in den Ausbau von digitalen Infrastrukturen sowie in die Ausbildung der Lehrkräfte getätigt 

 

Alleine wenn man den DigitalPakt Schule (2019 bis 2024) durchliest, fängt man wirklich an, an die Schule der Zukunft zu glauben, wo auf jedem Sitzplatz ein Tablet liegt.  Dazu kommen noch rosarote Versprechen in den Wahlprogrammen der Politiker und Berichte der Unternehmen, die immer wieder die Digitalisierung an den Schulen mit ihren Spenden unterstützen. Das alles suggeriert, dass jede Schule die Möglichkeit hat, an der Digitalisierung teilzunehmen und ihre Infrastruktur auszubauen. Und wie sieht die Wirklichkeit aus? 

 

Hier sind ernüchternde Fakten und Zahlen. Laut einem Bildungsbericht der Europäischen Kommission kommt Digitalisierung an Deutschlands Schulen nicht voran und liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Nur ein Drittel der deutschen Schulen war digital gut auf den Corona-Lockdown vorbereitetVor allem in den Grundschulen ist die Lage drastisch. Seit der Datenerhebung der PISA-Studie von 2018 hat sich sehr wenig geändert2018 hatten in Deutschland nur 33 Prozent der Schüler Zugang zu einer Onlinelernplattform; im OECD-Schnitt waren es mehr als 54 Prozent. Deutschland landete damit in der Schlussgruppe. In Singapur, einigen chinesischen Metropolen oder Dänemark hatten schon 2018 den Angaben zufolge mehr als 90 Prozent der Schüler Zugang zu Lernplattformen. 

 

Anscheinend scheitert die Digitalisierung an unseren Schulen nicht an der Finanzierung. Hinter dem Ausbau der digitalen Infrastruktur steckt viel mehr als nur die Beschaffung der stationären und mobilen Endgeräte: neue pädagogische KonzepteSchaffung von Lernplattformen, Datenbanken und spezielle WebumgebungSchulungen und Weiterbildungen des Lehrpersonals, Auseinandersetzungen mit gesetzlichen Vorschriften für Sicherheit und Datenschutz, Versicherungsfragen, Bestandaufnahme und Planung für Neuanschaffungen, Instandhaltung der Infrastruktur und vieles vieles mehr. Das größte Problem dabei ist die rasche Entwicklung der digitalen Welt: Man muss rennen, um mithalten zu können. Und wenn dabei von Anfang an ein Aufholbedarf besteht, ist es doppelt so schwer die Lücke zu schließen. 

 

Digitalisierung an den Schulen ist keine Umstellung, sondern eine Wandlung, ein gewaltiger Prozess, der viel Unterstützung und Aufklärung auf allen Stufen und Ebenen braucht. Deswegen haben wir uns für dieses Jahr vorgenommen, die Frage gründlich zu erforschen und herauszufinden, wie wir den Schulen bei dem Ausbau der digitalen Infrastruktur helfen können. Das ist ein absolut neues Tätigkeitsfeld für uns, aber Herausforderungen sind das, was wir wirklich gerne meistern! 

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