Laut der neusten Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Deutschen Lehrerverbands zeigt jeder vierte Lehrer in Nordrhein-Westfalen aufgrund der Coronavirus-Pandemie Anzeichen von Burnout und ist regelmäßig emotional erschöpftLeider bezieht sich die Studie nicht auf die Mitarbeiter*innen des offenen Ganztags, aber wie sieht die Situation für sie aus? (Spoiler: nicht anders!) Unsere Gespräche mit Kursleitern, OGS-Teams und Ganztagsleitungen der Schulen haben zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit, spiegeln aber eindeutig die Ergebnisse der oben genannten Umfrage wider 

 

Der offene Ganztag ist dafür da, um in einer entspannten Atmosphäre zu lernen, neue Aktivitäten auszuprobieren oder zusammen mit Schulkameraden an den Kursen teilzunehmen. Zahlreiche Verbote sowie Abstandsregelndie Maskenpflicht, eine feste Sitzordnung und dazu noch die Kälte zerstören die Unbeschwertheit der Nachmittags-AGs Aufgrund der Hygieneregeln dürfen viele AGs nicht ihr reguläres Programm durchführen, müssen aber trotzdem stattfinden, weil die Stunden ja im Ganztag eingeplant sind. Viele Kursleiter*innen, genauso wie auch Schüler*innenmachen die Kurse aus Leidenschaft mit und interessieren sich für bestimmte Aktivitäten. Die aufgezwungenen Alternativprogramme kommen auf beiden Seiten oft nicht so gut an, und es ist eine Herausforderung, alle Teilnehmer*innen zu motivieren und Spannungen aufzulösen.  

 

Bei jedem kleinsten Erkältungsanzeichen müssen Kursleiter*innen sich krankmelden, was absolut und ohne Zweifel richtig ist! Jeder Ausfall ist jetzt aber Stress hoch zehn, denn es ist momentan schwer, Vertretungen zu finden und die einzelnen AG-Gruppen dürfen im Notfall auch nicht zusammengelegt werdenDadurch fallen AGs häufiger aus, was sich wiederum schlecht auf das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder innerhalb der Gruppe auswirkt. Und ohne positive Gruppendynamik ist es für die Kursleiter*innen nicht so einfach, die AGs zu leiten.  

 

Außerdem fallen viele spannende Ereignisse und Feste aus wie z.B. der Tag der offenen Türbei denen sich AGs normalerweise präsentieren oder ein spezielles Programm dafür vorbereiten. Das gibt dem Kursgeschehen einen zusätzlichen Sinn und schweißt alle Teilnehmer*innen zusammen. So bleiben jetzt auch das Erfolgserlebnis und die Freude an breiter Anerkennung sowohl für Kursleiter*innen als auch für Schüler*innen aus.   

 

Die Mitarbeiter*innen des offenen Ganztages haben mit mehreren Eingrenzungen in der Durchführung von AGs, einer fehlenden Zusammenarbeit und Gruppendynamik sowie mit der schwankenden Motivation der Kinder zu kämpfen. Die meisten Schüler*innen sind sehr angespannt und belastet, was die Kursleiter *innen auch beim besten Willen nicht verändern können. Das wirkt sich natürlich auch auf sie auserschwert ihre Arbeit enorm und setzt sie unter Stress. Allen Hindernissen zum Trotz versucht man das Beste daraus zu machen und bleibt weiter am Ball.   

 

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