Als Träger des offenen Ganztages in der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule in Grevenbroich halten wir immer Ausschau nach Möglichkeiten, den Alltag der Schüler*innen bunter und erlebnisreicher zu machen. Der Gesellschaftswandel führt dazu, dass Schule immer mehr zum Lebensort für Kinder wird, deswegen ist eine Ferienbetreuung nicht mehr wegzudenken. Ja, auch für die weiterführenden Schulen! Vor allem jetzt, wenn wir uns alle nach ein bisschen mehr Freude und Aufmunterung sehnen. Kinder sind sehr sensibel und brauchen jede Menge Unterstützung, auch wenn sie sich an die neuen Umstände schnell anpassen können.

 

Nach dem absoluten Erfolg der Sommerferienbetreuung haben wir auf eine Erweiterung des Förderprogramm des Landes für die Herbstferien gehofft und vorzeitig ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet. Als unsere optimistische Prognose bestätigt wurde, haben wir sofort alles in Gang gesetzt, um ein sinnvolles und spannendes Betreuungsangebot auf die Beine zu stellen. Es war wieder alles sehr, sehr kurzfristig, improvisationsreich und arbeitsintensiv, aber wenn wir eine Möglichkeit wittern, packen wir sie am Schopfe!

 

Anders als im Sommer ging es im Herbst nicht nur um Ferienbetreuung, so wie wir sie kennen, sondern auch um Fachförderung. Schulschließungen und Distanzlernen haben bei vielen Schüler*innen Wissenslücken hinterlassen, die den Lernerfolg erheblich beeinträchtigt haben. Um diese schnellstmöglich zu schließen, haben wir in den beiden Ferienwochen Intensivunterricht in Mathe, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch angeboten. Dabei war neben der tiefgreifenden Fachförderung das Wohlgefühl der Kinder die oberste Priorität. Wie Seiltänzer haben wir zwischen konzentriertem Lernen und Unterhaltung balanciert. Um die Förderung spannend und anders als den bekannten Schulunterricht zu gestalten, haben wir viele fachbezogenen Spiele besorgt sowie jede Menge Teamarbeit ins Programm integriert.

Ein Viertel der Zeit war explizit dem Lernen lernen gewidmet, um eine solide Grundlage für den weiterfolgenden Lernstoff zu schaffen. Die Teilnehmer*innen konnten ihr individuelles Lernprofil herausfinden und entsprechende Lerntechniken üben. Viele Bewegungspausen auf dem Schulhof und diverse Aktivitäten in Spielräumen haben fürs Kopflüften gesorgt. Auch wenn die Fachförderung für Kinder viel harte Arbeit in ihrer Freizeit bedeutete, ist sie überraschend gut angekommen.

 

Bei der Ferienbetreuung legen wir viel Wert darauf, das Programm unterhaltsam zu gestalten und das Lernen eher unterschwellig laufen zu lassen. Das war eine Woche voller Bewegung, kreativer Aufgaben und Ausflügen. Wir haben nicht nur getanzt, sondern auch einen Tanztheaterstück aufgeführt. Bei gutem Wetter waren Bewegungsspiele auf dem Schulhof angesagt. Außerdem haben wir den Kindern Entspannungsübungen gezeigt, um erlebnisreiche Tage abzurunden.

 

Bei den kreativen Angeboten war das Ziel, alle Sinne der Kinder anzusprechen und ihre Fantasie anzukurbeln. Um Kunstwerke aus Naturmaterialien und Salzteig zu schaffen, muss man erstmal rausgehen und Zweige, Blätter, Blumen, Gräser oder Moss sammeln. Der Salzteig wird gerührt und geknetet, bis er geschmeidig ist. Danach muss man eine Figur ausdenken, sie formen und am Ende mit den Geschenken der Natur vollenden. Sehen, riechen, tasten. Genau so umfassend sind Leinwandgestaltung und Tassendekoration, wenn man sie genauer betrachtet.

Die Ausflüge sind immer die Highlights der Ferienbetreuung. Diesmal hat leider das Wetter nicht mitgespielt und wir mussten auf größere Pläne verzichten, aber Eis essen und Kegeln geht immer. Obwohl es draußen ganz oft usselig war, herrschte bei uns immer gute Stimmung.

 

Wir sind ja unverbesserliche Optimisten, die in jeder Situation etwas Positives finden und mit unserer Lebensbejahung alle herum anstecken. Auch wenn die Coronavirus-Pandemie eine Erschütterung für uns alle ist, die gewöhnliche Abläufe auf den Kopf stellt, räumt sie gleichzeitig Wege für etwas Neues, wie nun konkret im Fall des offenen Ganztages: Hätte man sich vorher eine Ferienbetreuung in den weiterführenden Schulen vorstellen können? Oder Kinder, die in ihrer Freizeit gerne über Matheaufgaben schwitzen?

 

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